DEUTSCHES FASTNACHTMUSEUM

Offizielles Museum des Bundes Deutscher Karneval e.V.

Nasreddin Hodscha - Eulenspiegeleien, nicht nur bei uns

Hintergrundgeschichten zu den Exponaten der Dauerausstellung im Deutschen Fastnachtmuseum Kitzingen

Nasreddin Hodscha: Eulenspiegeleien – nicht nur bei uns
Erdgeschoss, Raum 1
Nasreddin Hodscha oder Hoca (1208 - 1284) gilt als der türkische Eulenspiegel: Seine Streiche und Geschichten beziehen ihren Witz und ihre Moral meist aus dem Wörtlichnehmen einer bildhaften Rede. Insofern ist er seinem abendländischen Vetter Till nahe verwandt und nicht nur in der Türkei, sondern auch bei uns beliebt und bekannt. Nasreddins Abenteuer wurden in viele Sprachen übersetzt. Auch Paul Maar, bekannter Kinderbuch-Autor und Erfinder des „Sams“, hat Geschichten und Streiche neu erzählt, einige in unsere Zeit übertragen.

Die Sache mit der Wahrheit
Der Sultan will die Ehrlichkeit des Volkes ergründen und lässt am Stadttor einen Galgen aufbauen, daneben stehen der Wesir und der Henker. Der Wesir soll jedem Ankommenden eine Frage stellen, die wahrheitsgemäß beantwortet werden muss. Wer lügt, kommt an den Galgen. Nasreddin kommt an die Reihe, der Wesir fragt: „Warum gehst du in die Stadt?“
Nasreddin: „Ich gehe in die Stadt, um aufgehängt zu werden“
Der Wesir: „Du lügst!“
Nasreddin antwortet: „Dann hängt mich auf.“
Der Wesir: „Aber dann hättest du ja die Wahrheit gesagt.“
Nasreddin: „…“

Der kluge Turban
Ein Mann, der nicht lesen kann, bittet Nasreddin, ihm einen Brief in arabischer Schrift zu übersetzen. Nasreddin kann kein Arabisch lesen und sagt: „Das ist unleserlich, gehe zu einem andern.“
„Und du willst ein Gelehrter sein“, sagt da der Mann, „schäme dich deines Turbans!“
Nasreddin nimmt daraufhin seinen Turban ab, setzt ihn dem Mann auf den Kopf und sagt: „Wenn du meinst, der Turban sei gelehrt, dann lies doch selber!“

(Text: Hans Driesel)

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