Deutsches Fastnachtmuseum

Offizielles Museum des Bundes Deutscher Karneval e.V.

6.7.2020 Kunst geht fremd: Die „Türkenkapelle“ zu Besuch im Fastnachtmuseum

Kunst geht fremd ist ein Gemeinschaftsprojekt fränkischer Museen

Foto: Fotoarchiv Museum für Franken in Würzburg

Kunst geht fremd: Die „Türkenkapelle“ zu Besuch im Fastnachtmuseum

Am Dienstag, 7. Juli 2020, wird die „Türkenkapelle“ im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Kunst geht fremd“ von Frau Dr. Lichte, der Direktorin des Würzburger Museums für Franken, im Fastnachtmuseum Kitzingen aufgestellt. Die sieben Steingutfiguren aus dem 19. Jahrhundert zeigen musizierende Knaben, die sich mit Pluderhosen, Bauchbinden und Turbanen als Türken verkleidet haben. Die Formen für die Figuren wurden in den 1770er Jahren von Johann Peter Melchior für die Porzellanmanufaktur Höchst geschaffen und 1840 von der Steingutfabrik Damm bei Aschaffenburg übernommen, die Ausformungen dem Zeitgeschmack entsprechend angepasst. Seit dem 18. Jahrhundert übte alles Fremdländische und insbesondere die orientalische Farbenpracht einen besonderen Reiz aus. Die Steingutfiguren, ursprünglich in Porzellan für die herrschaftliche Tafel gedacht, erfreuten sich bei bürgerlichen Sammlern großer Beliebtheit. Die Formen selbst sind seit 1960 verschollen.

Die Figurengruppe findet sich im Fastnachtmuseum mit Illustrationen und Buchausgaben zu Nasreddin Hoca zusammen, einer Art türkischem Till Eulenspiegel, der um 1200 in Anatolien geboren wurde und bis heute nicht nur in der Türkei, sondern auch bei uns beliebt und bekannt ist. Zudem spiegelt sich in der Villinger Maskentradition des Barock und Rokoko die Orientbegeisterung: Ab 1700 versehen die Fassmaler ihr Zeichen an den Schläfen der Masken mit einem Halbmond. Damit fügen sich die „Gäste“ aus Würzburg perfekt in die Präsentation des Fastnachtmuseums ein.

Das Projekt „Kunst geht fremd… und bekennt Farbe“ wird von einer Vielzahl fränkischer Museen getragen, die untereinander einzelne Leihgaben austauschen, um sie in neuen Zusammenhängen zu präsentieren. Damit können die Besucher verschiedene Museen entdecken und einmal ganz Unterfranken in voller Farbenpracht erfahren.

 

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