DEUTSCHES FASTNACHTMUSEUM

Offizielles Museum des Bundes Deutscher Karneval e.V.

Kunst geht fremd... und über Grenzen

vom 19. Juli bis 6. November 2022 in 20 Museen in Unterfranken
Zum zwölften Mal tauschen 20 unterfränkische Häuser mit unterschiedlichen Konzepten und Schwerpunkten einen Sommer lang ihre Kunst. 20 Ausstellungsstücke präsentieren sich in einem neuen, regionalen Umfeld, in fremder Atmosphäre und verändertem Kontext.
In unserer diesjährigen Aktion "Kunst geht fremd" wollen wir darauf aufmerksam machen, was es bedeuten kann, über Grenzen zu gehen. Sei es unter künstlerischen Aspekten oder in Bezug auf historische Exponate. Sei es an der Grenze zwischen Kitsch und Kunst oder im Zusammenhang mit kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Wir laden Sie dazu ein, Kunst in anderen, fremden Zusammenhängen zu sehen, neue Museen zu entdecken und auf diese Weise einmal innerhalb Unterfrankens über Grenzen zu gehen. Das können Sie auch bei den begleitenden Veranstaltungen tun.

Im Deutschen FastnachtMuseum freut sich Prinzessin Bonna über Besuch aus dem Fränkischen Freilandmuseum Fladungen: Ein Schlafzimmerbild vom Ende der 1920er Jahre, das eine in einem Kahn schlafende Schöne inmitten übermütiger Elfen und Nixen zeigt. Das überzeichnete Bild offenbart mehrere Ebenen an Grenzüberschreitungen: Original und Imitation, Traum und Realität, Prüderie und Erotik, sowie den vermeintlich „guten Geschmack“. Denn Schlafzimmerbilder galten schon bei den Zeitgenossen als Kitsch.

Aus dem Deutschen FastnachtMuseum geht eine Marotte, ein hölzernes Narrenzepter, nach Volkach in die Barockscheune. Ihr figürlich gestaltetes Ende zeigt einen Narrenkopf in üblicher Kapuze, Eselsohren, Hahnenkamm und Glöckchen. Und nacktem Hintern. Damit verkörpert sie den Narren als Grenzgänger: Als Gottesleugner steht er außerhalb der christlichen Gesellschaft, bricht alle Regeln und spiegelt sich selbst in seiner Marotte.

Dazu findet am Freitag, 5. August 2022 um 19 Uhr in der Barockscheune Volkach
eine Lesung statt:
Macken, Mucken und Marotten. Eine Blütenlese aus 500 Jahren Moralsatire

Dr. Katrin Hesse, Leiterin des Deutschen Fastnachtmuseums, blättert in den Moralsatiren klassischer Autoren. Der Bogen spannt sich von Sebastian Brant über Erasmus von Rotterdam und Abraham a Sancta Clara bis zu den Weimarer Klassikern Goethe und Schiller. Die Besucher erwartet ein heiter-nachdenklicher, in jedem Fall vergnüglicher Abend. – Ein Glas Wein darf dabei nicht fehlen. 

Hier geht es zur Homepage des Gemeinschaftsprojekts, folgen Sie bitte dem Link.