DEUTSCHES FASTNACHTMUSEUM

Offizielles Museum des Bundes Deutscher Karneval e.V.

Marotte schwarz-weiß

Hintergrundgeschichten zu den Exponaten der Dauerausstellung im Deutschen Fastnachtmuseum Kitzingen

Marotte. Geschenk von Horst Blawitzky, Dresden
Raum 1 des Deutschen Fastnachtmuseums

Diese Marotte wird dem Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts zugeschrieben. Darauf deuten Erscheinungsbild und ein Etikett mit dem Schriftzug Paris hin, das bei der Restaurierung gefunden wurde. Unter der Schwarz-Weiß-Bemalung wurden die Farben Rot, Gold und Grün entdeckt. Auf eine Rückführung auf die ursprünglichen Bemalung und Farbgebung wurde verzichtet, sie wäre nicht Sinne der Geschichte des Objekts. Auf welchen Wegen die Marotte von Paris nach Sachsen kam ist ungewiss. Sie könnte sich im Gepäck von Hugenotten befunden haben, die vom späten 17. Jahrhundert an der Einladung des Großen Kurfürsten nach Brandenburg gefolgt waren. 

Marotten gelten als "Narrenzepter" und spielen auf die Herrschaft der Narren zur Fastnacht an. Zugleich spiegelt sich der Narr selbst im Narrenkopf seiner Marotte, ignoriert also Gott und andere Menschen. Marotten treten seit ca. 1430/40 als Narrenattribute auf.

(Text: Hans Driesel)

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